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Institut für Ernährungsverhalten

Die Nationale Verzehrsstudie II

Was kommt in Deutschland auf den Tisch? Ist unsere Nährstoffzufuhr ausreichend? Unterscheidet sich der Lebensmittelverzehr von Männern und Frauen?

Um diese und weitere Fragen zu beantworten, hatte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Max Rubner-Institut (ehemals Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel) beauftragt, eine neue Nationale Verzehrsstudie (NVS II) zu planen und durchzuführen. Die erste und bis dahin einzige große repräsentative Verzehrsstudie lag gut 20 Jahre zurück und betraf nur die alten Bundesländer. Seitdem hatten sich sowohl das Lebensmittelangebot als auch das Arbeits-, Freizeit- und Konsumverhalten der Bevölkerung deutlich gewandelt. Aktuelle, für das Bundesgebiet repräsentative Daten waren somit dringend erforderlich.

Zwischen November 2005 und Januar 2007 wurden im Rahmen der NVS II knapp 20.000 deutschsprachige Personen im Alter zwischen 14 und 80 Jahren befragt. Die NVS II hatte zum Ziel, für Deutschland repräsentative Daten zum Lebensmittelverzehr und zum weiteren Ernährungsverhalten zu liefern sowie die aus dem Lebensmittelverzehr berechnete Nährstoffzufuhr der Bevölkerung abzubilden.

Um den Lebensmittelverzehr und das weitere Ernährungsverhalten optimal zu erfassen, wurden unterschiedliche Erhebungsinstrumente eingesetzt. Mit Hilfe eines computergestützten Diet-History-Interviews wurden die übliche Ernährung und die Ernährungsgewohnheiten erfasst. An zwei zufällig ausgewählten Tagen wurde in telefonischen Interviews der aktuelle Verzehr der letzten 24 Stunden erfragt. Eine Unterstichprobe von 1.000 Personen führte außerdem je zwei viertägige Wiegeprotokolle durch. Soziodemographische Basisdaten wurden mittels eines computergestützten, persönlichen Interviews (CAPI) gewonnen. Die Teilnehmer füllten außerdem einen Fragebogen zum Aktivitäts- und Ernährungsverhalten aus. Darüber hinaus wurden Körpermessungen vorgenommen. Eine ausführliche Beschreibung zur Methodik, zur Durchführung sowie zum Datenmanagement findet sich in einem öffentlich zugänglichen Bericht.

Aus dem gewonnenen Datenmaterial lässt sich unter anderem erkennen, dass die in Deutschland lebende Bevölkerung zu wenig pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse und Obst und zu viel tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fleischerzeugnisse und Wurstwaren verzehrt. Auch zeigen sich deutlich unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten zwischen Männern und Frauen. So essen Männer mit 156 Gramm pro Tag knapp doppelt so viel Fleisch, Wurstwaren und Fleischerzeugnisse wie Frauen mit 84 Gramm pro Tag.

Zu Supplementen greifen 28% der Befragten - und das obwohl bei den meisten Vitaminen die mittlere Zufuhr den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entspricht oder diese sogar übersteigt. Im Alter von 65 bis 80 Jahren werden am meisten Supplemente eingenommen.


Ergebnisse zum Lebensmittelverzehr und zur Nährstoffzufuhr