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Institut für Kinderernährung

Am Institut für Kinderernährung wird in Zukunft das Zusammenwirken verschiedener Einflüsse auf die frühe Prägung von Krankheitsrisiken einschließlich der Entstehung von Übergewicht und ernährungsmitbedingten Krankheiten sowie des Ernährungsverhaltens von Kindern von der Geburt an bis zum 18. Lebensjahr untersucht. Für die große Zahl an Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht oder Adipositas und für die Entstehung ernährungsmitbedingter Erkrankungen spielen Risikofaktoren bereits in der Schwanger-schaft und frühen Kindheit eine wichtige Rolle. Deren Erforschung und daraus resultierende Präventionsmaßnahmen werden ein Schwerpunkt des Instituts für Kinderernährung sein.

Durch mütterliche Adipositas bedingte Überernährung des Fetus im Mutterleib und/oder eine hohe Gewichtszunahme der Mutter in der Schwangerschaft und damit einhergehende Stoffwechselstörungen wie Schwangerschaftsdiabetes haben einen großen Einfluss auf die kindliche Zell- und Organentwicklung in den ersten Lebensphasen. Die vermehrte und gegebenenfalls auch qualitativ unausgeglichene Bereitstellung von Nährstoffen im Mutterleib führt zu einer Fehlanpassung des Fetus mit einer Prägung für ein erhöhtes Adipositas-Risiko. Es besteht dann eine erhöhte „Anfälligkeit“, im weiteren Verlauf des Lebens frühere und schwerwiegendere Symptome einer Adipositas, eines Typ-2-Diabetes und von kardiovaskulären Erkrankungen zu entwickeln als unter gesunder Ernährung im Mutterleib.   

Am Institut für Kinderernährung soll ein lebensphasenspezifischer Ansatz zur Entwicklung von altersabhängigen präventiven Konzepten verfolgt werden. Hierzu müssen bereits vorhandene und in Zukunft erarbeitete wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch zusammengeführt und bewertet werden. Aber auch neue Studien werden benötigt, etwa zu den Auswirkungen von präkonzeptioneller „Fitness“ zukünftiger Eltern und/oder einer Verbesserung der Stoffwechselsituation in der Schwangerschaft auf die Gesundheit ihrer Kinder. Fragen zu „sensiblen“ Zeitphasen und „vulnerablen“ Schwangeren - mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsveränderungen - sowie die zugrundeliegenden Stoffwechselprozesse und Mechanismen von fetaler Fehlprägung sind zu klären, um auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse Ernährungskonzepte zu entwickeln. Mit der Nationalen Stillkommission, die in diesem Jahr in das Max Rubner-Institut integriert wurde, wird es eine enge Zusammenarbeit geben.

Zur Optimierung von Maßnahmen zur Förderung des Stillens werden Strategien für ein nationales Still- und Ernährungsmonitoring entwickelt. Relevante Einflussgrößen auf Fütterungsstile in der Säuglingszeit und die Interaktionen zwischen Eltern und Kind sowie das Ernährungs- und Essverhalten von Schulkindern und Jugendlichen stehen im Fokus. Dazu gehören auch die Entwicklung von Konzepten zur Vermittlung von Themen mit Ernährungsbezug durch Soziale Medien und eine Evaluierung der Umsetzung von Richtlinien zur Kinderernährung (DGE) in Kitas und Schulen.