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Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung

Das Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung (PBE) untersucht die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit. Auf der Basis physiologischer, biochemischer und molekularbiologischer Methoden werden Wirkmechanismen von Lebensmitteln und ihren Inhaltsstoffen erforscht. Ziel ist, den gesundheitlichen Nutzen von Lebensmitteln für den Verbraucher zu erkennen und mögliche Risiken zu identifizieren.

Das Institut PBE besitzt eine apparative Ausstattung, die auf breiter experimenteller Basis Untersuchungen in Zellkultursystemen und Tiermodellen ermöglicht. Darüber hinaus betreibt das Institut das Studienzentrum für Humanernährung. Am Studienzentrum für Humanernährung werden Ernährungsstudien am Menschen durchgeführt, um nachzuweisen, wie Lebensmittel und die darin enthaltenen Stoffe Körperfunktionen beeinflussen. Die Aufnahme von Lebensmittelinhaltsstoffen, deren Verstoffwechselung und Ausscheidung werden ebenso untersucht wie die Wirkungen von Lebensmitteln über längere Zeiträume. Ernährungsstudien können sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden. Modern ausgestattete Räumlichkeiten ermöglichen eine intensive anthro-pometrische, physiologische und klinische Charakterisierung der Studienteilnehmer. Aus den gewonnenen Ergebnissen werden Empfehlungen für eine gesunderhaltende Ernährung des Menschen abgeleitet.
Im Mittelpunkt der experimentellen Forschung steht die Charakterisierung der Bioaktivität von Lebens­mittelinhaltsstoffen. Dabei befasst sich das Institut seit vielen Jahren besonders intensiv mit der gesundheitlichen Wirkung von sekundären Pflanzenstoffen. Schwerpunkte bilden derzeit die Gruppe der Polyphenole (Äpfel, Beeren, Soja). Für Polyphenol-reiche Lebensmittel wie zum Beispiel naturtrüber Apfelsaft konnte im Tiermodell unter anderem eine protektive Wirkung bei Dickdarmkrebs gezeigt werden.

Im Rahmen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes befasst sich das Institut mit der Bewertung funktioneller Lebensmittel. Anhand von Biomarkern aus den Bereichen Immunmodulation, Inflammation, Dickdarmkrebs sowie metabolisches Syndrom werden funktionelle Wirkungen in Tiermodellen sowie in Ernährungsstudien am Menschen erforscht. Aktuelle Beispiele stellen Phospholipid-angereicherte sowie pro- und präbiotische Lebensmittel dar. Das Institut verwendet neue Forschungsansätze wie zum Beispiel Metabolomics, um Aussagen zum Einfluss der Ernährung auf den Stoffwechsel machen zu können. Das langfristige Ziel dieses Forschungsan­satzes ist es, durch die Bestimmung des humanen Metabolitenprofils frühzeitig geeignete Ernährungsmaßnahmen ergreifen zu können, um die Gesundheit des Menschen zu erhalten und die Entstehung von Krankheiten zu verhindern.

Die Arbeit des Instituts trägt dazu bei, gesundheits­relevante Entwicklungen im Ernährungs- und Lebensmittelbereich frühzeitig zu erkennen und wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für die Politikberatung sowie den Verbraucherschutz zu erarbeiten.