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Nationale Stillkommission

Stillen und COVID-19

Stellungnahme der Nationalen Stillkommission vom 11. März 2020

Der Hauptübertragungsweg von COVID-19 ist die Tröpfcheninfektion, d. h., wenn virus-haltige Tröpfchen aus dem Rachenraum oder dem Atmungstrakt beim Niesen, Husten oder Sprechen durch winzige Speichel-Tröpfchen an die Luft gelangen und anschließend von einem anderen Menschen eingeatmet oder aufgenommen werden.

In Muttermilch von infizierten Frauen wurden bisher keine Erreger von COVID-19 nachgewiesen, wenn auch die Untersuchungen sich noch auf eine sehr kleine Fallzahl beziehen. Daher gibt es aktuell keine ausreichende Evidenz, dass COVID-19 über die Muttermilch übertragen werden kann. Hauptrisikofaktor für eine Übertragung beim Stillen ist der enge Hautkontakt. Die Vorteile des Stillens überwiegen, so dass das Stillen unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen empfohlen wird.

Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch das Tragen eines Mundschutzes eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern.

Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen, Tragen eines Mundschutzes und Reinigen/Desinfizieren von kontaminierten Oberflächen sind beim Umgang von Infizierten oder Verdachtsfällen mit Kindern generell empfohlen.

Wenn eine Mutter nicht in der Lage ist, ihr Kind zu stillen, kann die Muttermilch auch abgepumpt werden und diese über eine weitere Person an den Säugling verfüttert werden. Auch hierbei sollte auf die Hygiene geachtet werden und Pumpe sowie Fläschchen nach dem Gebrauch sterilisiert werden.

Referenzen

 

Stellungnahme "Stillen und COVID-19" als pdf-Datei

Informationspapier zu Mutterschutz und SARS-CoV-2 des Ausschusses für Mutterschutz, Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (www.bafza.de)