Nachhaltige pflanzenbetonte Ernährungsweisen fördern

Ernährungsumgebung im Fokus
Zur Förderung nachhaltiger, pflanzenbetonter Ernährungsweisen ist eine Umgestaltung der Ernährungsumgebungen in Deutschland erforderlich. Im transformationsorientierten Projekt HapE werden deshalb beispielhaft Handlungsräume für die Umsetzung von nachhaltigen, pflanzenbetonten Ernährungsweisen in den Ernährungsumgebungen ausgewählter Elterngruppen erforscht.
Um heute und in Zukunft gesundheitsförderliche und im Rahmen unserer sozialen und ökologischen Grenzen tragfähige Ernährungssysteme zu ermöglichen, ist eine Umgestaltung der Ernährung in Deutschland wichtig. Der Wandel von derzeit vornehmlich auf tierischen Lebensmitteln basierenden Ernährungsweisen hin zu nachhaltigen, pflanzenbetonten Ernährungsweisen wird als wichtiger Bestandteil in der Nationalen Ernährungsstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beschrieben. Faktoren, die eine solche Transformation fördern oder hemmen, wurden bisher nicht ausreichend analysiert. Auch die Perspektive von Verbraucherinnen und Verbrauchern wird in diesem Kontext noch zu wenig berücksichtigt, insbesondere im Hinblick auf den Einfluss von Ernährungsumgebungen auf das individuelle Ernährungsverhalten.
Hier setzt das Projekt „Handlungsräume zur Förderung nachhaltiger, pflanzenbetonter Ernährungsweisen in Ernährungsumgebungen von Eltern“ (HapE) an. Es möchte Akteurinnen und Akteuren (beispielsweise aus Lebensmittelerzeugung, Handel, Gemeinschaftsverpflegung, Bildung, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft) Hinweise auf Handlungsräume für die Umsetzung von nachhaltigen, pflanzenbetonten Ernährungsweisen ausgewählter Elterngruppen geben. Dazu werden die Ernährungsumgebungen ausgewählter Elterngruppen umfassend untersucht.
HapE ist als transformationsorientiertes Forschungsprojekt angelegt, das einen multiperspektivischen und systemischen Ansatz hat. Es bezieht das Wissen und die Erfahrungen eines breiten Spektrums an relevanten Disziplinen und Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft und Praxis ein und betrachtet das Thema mehrdimensional (z. B. soziale, ökologische, kulturelle, ökonomische Kontexte). Darüber hinaus werden Forschungsmethoden gewählt bzw. Instrumente entwickelt, mit denen die Ernährungsumgebungen als System untersucht und die verschiedenen Bereiche von Ernährungsumgebungen (z. B. soziokulturelles und politisches Umfeld, Lebensmittelangebot und Einkauf, Außer-Haus-Verpflegung, Arbeitsstelle, Freizeit) in ihrer Vernetzung berücksichtigt werden können. Der Systemansatz ist somit grundlegend im Projekt verankert und essenziell, um die Komplexität des Themas abbilden zu können.
Es werden drei inhaltliche Perspektiven angelegt, die sich als Querschnittsthemen durch HapE ziehen:
- Nachhaltige Ausrichtung pflanzenbetonter Ernährungsweisen als Zielsetzung,
- Umsetzbarkeit für Personengruppen mit geringen finanziellen Ressourcen und erschwerten Rahmenbedingungen,
- Förderung von Eiweißpflanzen, z. B. Leguminosen.
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Die Ernährungsumgebungen werden qualitativ untersucht, exemplarisch anhand von vier Elterngruppen mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen für pflanzenbetonte Ernährung: es werden Ein- und Zwei-Elternfamilien sowie zwei Ernährungsweisen unterschieden, die Fleisch in unterschiedlicher Menge verzehren.
Um Zusammenhänge zwischen den Variablen sowie die Beweggründe von ausgewählten Elterngruppen für die Gestaltung ihrer Ernährungsweise und die Interaktion mit den jeweiligen Ernährungsumgebungen besser zu verstehen, werden verschiedene Befragungsinstrumente wie Interviews und Fragebögen eingesetzt. Neben der anschließenden qualitativen Auswertung werden die in den Interviews erfragten Zusammenhänge mittels Cross-Impact-Bilanzanalyse (CIB) systemwissenschaftlich ausgewertet. Hierbei werden Szenarien gebildet, die unterschiedliche Ernährungsumgebungen repräsentieren. Anschließend werden Auswirkungen von Veränderungen in den Ernährungsumgebungen auf das Szenarien-Portfolio getestet. So werden mögliche Ansatzpunkte zur Förderung einer nachhaltigen pflanzenbetonten Ernährung identifiziert, die auch als Ansatzpunkt für andere Städte und Personengruppen dienen können.
Die Projektlaufzeit ist von Juni 2025 bis Dezember 2027 geplant.
