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Strategien gegen Krebs und andere nicht übertragbare Krankheiten

Nährwertkennzeichnung und Reformulierung verarbeiteter Lebensmittel als wichtige Bausteine

Ein Großteil der Krankheitslast von Krebs und anderen nicht übertragbaren Krankheiten (non-communicable diseases, NCDs) könnte durch effektive Präventionsmaßnahmen verhindert werden. Dieser Herausforderung stellt sich die EU Joint Action „Prevent Non-Communicable Diseases“ (PreventNCD). Damit sollen Strategien und politische Maßnahmen, die sowohl auf persönliche als auch auf gesellschaftliche Risikofaktoren zielen, gefördert und möglichst dauerhaft umgesetzt werden.

Ein wichtiger Ansatzpunkt im Bereich Ernährung ist die Verbesserung der Ernährungsumgebung, zum Beispiel durch die Reformulierung verarbeiteter Lebensmittel hin zu weniger Zucker, Fett, Salz und Energiegehalt. Mit Blick auf den Nutri-Score – die offizielle Front-of-Pack-Kennzeichnung auch in Deutschland – sollen zudem Goldstandards für Studien entwickelt werden, mit denen die Wirkung solcher Formate auf Industrie und Verbraucherschaft geschätzt werden kann. Das MRI bringt diesbezüglich Wissen aus der vorherigen Joint Action Best-ReMaP sowie aus dem Produktmonitoring und der Nährwertkennzeichnung ein. Darüber hinaus beteiligt sich das Institut aktiv an der Verbreitung und Kommunikation zu PreventNCD sowie an der Implementierung einer Nachhaltigkeitsstrategie, um die Präventionsmaßnahmen dauerhaft zu etablieren.

 

Entwicklung effektiver Präventionsstrategien

Hauptziel von PreventNCD ist es, effektive Präventionsstrategien und -maßnahmen gegen nicht übertragbare Krankheiten zu entwickeln. Dabei sollen auch das Überwachungssystem für Krebs und andere chronische Erkrankungen verbessert und soziale Ungleichheiten verringert werden. Durch die Zusammenarbeit wichtiger Akteure können evidenzbasierte Präventionsstrategien auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene geplant und umgesetzt werden. Dazu werden Entscheidungsträger auf allen Regierungsebenen einbezogen ebenso wie zivilgesellschaftliche Organisationen, Fachleute, Patientengruppen und die Allgemeinbevölkerung.

 

Europäisches Gemeinschaftsprojekt

In PreventNCD engagieren sich unter Koordination des Norwegischen Gesundheitsdirektorats 25 europäische Länder und zahlreiche weitere Mitwirkende. Während der vierjährigen Projektlaufzeit (2024 bis 2027) steht eine Fördersumme von mehr als 76 Millionen Euro zur Verfügung. In Deutschland sind neben dem MRI vier weitere Forschungseinrichtungen an PreventNCD beteiligt: federführend das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG); zudem das Robert Koch-Institut (RKI), das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) und das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS).

Bei erfolgreicher Umsetzung wird PreventNCD zu einer Verringerung der Krankheitslast in Europa führen und damit einen umfassenden positiven Einfluss auf sozialer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene haben, der weit über die Projektzeit hinausreicht.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Website der Joint Action "Prevent Non-Communicable Diseases".