Authentizitätskontrolle von Futter-Soja hinsichtlich geografischer Herkunft

Entwicklung analytischer Methoden zur Unterscheidung von Sojabohnen aus EU- und Nicht-EU-Staaten
Soja ist eines der Agrarprodukte, für welche laut EU-Verordnung 2023/1115 die Einhaltung der entwaldungsfreien Lieferketten gilt. Ab Ende 2025 müssen Sojabauern und Importeure deshalb nachweisen, dass durch den Anbau kein Wald zerstört wurde. Derzeit wird der Bedarf an Soja und anderen eiweißhaltigen Futtermitteln in der EU vornehmlich durch Importe aus dem EU-Ausland gedeckt, etwa aus Brasilien und den USA. Gleichzeitig intensivieren immer mehr europäische Staaten den Anbau von heimischem Futter-Soja. Um künftig nachweisen zu können, aus welchem Land die Sojabohnen stammen, sind analytischen Methoden zur Herkunftskontrolle notwendig. Diese werden in einem internationalen Kooperationsprojekt unter Beteiligung des NRZ-Authent entwickelt.
Analytische Techniken zur Herkunftsbestimmung
In dem Forschungsprojekt soll eine geeignete analytische Methode beziehungsweise eine geeignete Kombination aus analytischen Techniken ermittelt werden, mit denen sich Sojabohnen aus EU- und Nicht-EU-Staaten unterscheiden lassen. Dabei werden verschiedene Methoden zur Herkunftsbestimmung auf authentische Soja-Proben angewendet. Diese Proben stammen aus gesicherten Herkünften.
Neben dem NRZ-Authent nehmen drei weitere Labore aus anderen EU-Staaten an dem Drei-Jahres-Projekt teil. Die Projektpartner bringen sich mit unterschiedlichen methodischen Schwerpunkten ein: Am NRZ-Authent wird unter anderem die Stabilisotopenverhältnis-Massenspektrometrie (IRMS) durchgeführt. Die anderen Projektpartner vermessen die Proben mittels Fourier-Transformations-Infrarotspektrometrie (FT-IR) und Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-MS). Schließlich werden die Ergebnisse der unterschiedlichen Messmethoden evaluiert.
Referenzdatenbank zur Authentizitätsprüfung von Futter-Soja
Die ermittelten Daten sollen im Anschluss in eine Referenzdatenbank integriert werden. Die Datenbank ermöglicht eine Authentizitätsprüfung von Futter-Soja, indem unbekannte Handelsproben oder Importe mit dem Referenzdatensatz abgeglichen werden können.
Neben Soja werden weitere Futterpflanzen global gehandelt. Auch für diese gibt es bisher keine analytischen Nachweismethoden zur Herkunftskontrolle oder Referenzdatensätze. Um diese Lücke zu schließen, kann später auf den Erfahrungen aus dem Soja-Projekt aufgebaut werden.