Authentizitätsprüfung von Speiseölen und Speisefetten
Entwicklung einer Datenbank mit Reinheits- und Qualitätsparametern für Probenabgleiche
Pflanzliche Speiseöle, insbesondere Olivenöl, zählen zu den am häufigsten gefälschten Lebensmitteln weltweit. Beim Verfälschen werden oft minderwertige Speiseöle beigemischt. Außerdem werden besondere Bedingungen bei der Herstellung durch Bezeichnungen wie „kaltgepresst“, „nativ“ oder „nativ extra“ ausgelobt, obwohl die Qualitäts- beziehungsweise Herstellungsanforderungen nicht erfüllt sind. Eine bewusst falsche Deklaration der geografischen Herkunft kann ebenfalls den Eindruck erwecken, dass ein Produkt hochwertiger ist, als es tatsächlich der Fall ist.
Diese Methoden der Verfälschung zielen darauf ab, den Gewinn zu maximieren, während die Verbraucherinnen und Verbraucher über die tatsächliche Qualität und Herkunft der Speiseöle getäuscht werden. Wie relevant das Thema ist, zeigt sich am Konsum von rund 1,3 Millionen Tonnen pflanzlicher Speiseöle im Jahr 2022 in Deutschland. Gleichzeitig sind die Verbraucherpreise aufgrund von erheblich verminderten Erntemengen besonders bei Olivenöl deutlich gestiegen. Damit pflanzliche Speiseöle und Speisefette künftig besser auf Authentizität geprüft werden können, entwickelt das NRZ-Authent gemeinsam mit dem Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide am MRI und weiteren Projektpartnern eine spezielle Datenbank.
Abgleich der chemischen Zusammensetzung per Datenbank
Das MRI will die Möglichkeit schaffen, Verfälschungen bei Speiseölen durch das Aufdecken von Abweichungen in der chemischen Zusammensetzung nachzuweisen. Dazu soll eine Datenbank mit Parametern zur Reinheit und Qualität von authentischen pflanzlichen Speiseölen und Speisefetten erstellt werden. Ein Abgleich von Proben soll später etwa hinsichtlich Fettsäuren, Tocopherolen und Phytosterinen möglich sein.
Die Datensätze stammen von den amtlichen Lebensmittel-Untersuchungseinrichtungen der Länder, beteiligten MRI-Instituten (Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide, NRZ-Authent) und gegebenenfalls weiteren Einrichtungen des Bundes. Neben definierten Messdaten enthalten die Datensätze auch Metadaten zu pflanzlichen Speiseölen und Speisefetten (zum Beispiel das Erntedatum).
Die Datensätze werden im Rahmen des Projektes in einer gemeinsamen Datenbank hinterlegt. Für den Datenaustausch und den Datenabgleich wird eine webbasierte Datenbankanwendung programmiert. Nach einer umfassenden Testphase sollen Nutzerinnen und Nutzer unbekannte Speiseölproben aus der Routineüberwachung in Bezug auf Pflanzenart, Herkunft und Qualitätsparameter mit den in der Datenbank hinterlegten Referenzdaten abgleichen können.
