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Lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Multimethodisches Forschungsprojekt zum Konzept der Optimierten Mischkost

Evidenzbasierte lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen bieten eine hilfreiche Orientierung für eine gesundheitsförderliche Lebensmittelauswahl: reichlich pflanzliche Lebensmittel, in Maßen tierische Produkte, wenig Süßes und Fettiges. Für Kinder und Jugendliche gibt es in Deutschland das Konzept der Optimierten Mischkost (OMK). Es wurde in den 1990er Jahren entwickelt und mehrmals – zuletzt 2017 – aktualisiert. Dabei wurden sowohl Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr und die Prävention ernährungsmitbedingter Krankheiten sowie kindliche Ernährungsgewohnheiten (zum Beispiel die Lebensmittelauswahl) berücksichtigt.

Doch wie aktuell sind diese Empfehlungen im Kontext der gegenwärtigen Evidenz zu gesunder Ernährung und im Vergleich zu anderen lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen in Europa? Ist das OMK-Konzept für Familien und relevante Berufsgruppen verständlich und lässt es sich im Alltag und in der Berufspraxis gut umsetzen und vermitteln? Diese und weitere Fragen werden in einem umfangreichen Forschungsprojekt am Institut für Kinderernährung des MRI adressiert.


Konzept der Optimierten Mischkost in Theorie und Praxis

Im Forschungsprojekt werden die Aktualität und Herleitung des OMK-Konzepts überprüft. Dabei wird die Optimierte Mischkost auch mit anderen europäischen Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche verglichen. Außerdem werden die Praktikabilität und Implementierung des OMK-Konzepts in der Praxis untersucht.


Forschungsmethoden: von Review bis empirische Studie

Um die Forschungsfragen zu beantworten, werden mehrere Teilprojekte durchgeführt, in denen verschiedene wissenschaftliche Methoden angewendet werden.


Scoping Review

Mit einem Scoping Review wird der aktuelle Stand der europäischen lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche abgebildet. Dies ermöglicht einen Vergleich des OMK-Konzepts mit anderen Ernährungsempfehlungen. Zentrale Aspekte sind dabei unter anderem die spezifischen Mengenempfehlungen einzelner Lebensmittelgruppen und die Methodik der Herleitung.


Umbrella Review

Im Umbrella Review werden systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen zum Zusammenhang zwischen Lebensmittelkonsum und ernährungsmitbedingen Erkrankungen bzw. deren Vorstadien bei Kindern und Jugendlichen zusammengefasst. Die Ergebnisse erlauben Schlussfolgerungen bezüglich der Aktualität der OMK-Empfehlungen im Kontext der aktuellsten Evidenz zum Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit in diesen Altersgruppen.


Mixed-Methods-Studie

Die Mixed-Methods-Studie im familiären Umfeld kombiniert quantitative und qualitative Forschungsmethoden. Die Kombination aus einem Online-Fragebogen und persönlichen Interviews ermöglicht es, sowohl einen umfassenderen Überblick über die Bekanntheit des OMK-Konzepts bei Eltern zu erhalten, als auch detaillierte, individuelle Informationen zur Wahrnehmung und praktischen Umsetzbarkeit der Optimierten Mischkost innerhalb von Familien zu erfassen. Aus den erwarteten Ergebnissen können Hinweise darüber abgeleitet werden, wie die Umsetzbarkeit der Ernährungsempfehlungen verbessert werden könnte.


Befragung

Im Rahmen des Projekts sollen auch Kinderärztinnen und Kinderärzte sowie Erzieherinnen und Erzieher befragt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei das Wissen dieser Berufsgruppen über lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche sowie Barrieren bei der Verwendung dieser Empfehlungen in der Praxis, zum Beispiel in der Beratung von Eltern. Die Befragten sollen außerdem einschätzen, wie weit das OMK-Konzept für Eltern verständlich und umsetzbar ist, ob es die Zielgruppe passgenau adressiert und inwiefern das OMK-Konzept im Arbeitsalltag der relevanten Berufsgruppen den Eltern vermittelt werden kann.


Datensätze

In die Entwicklung von Ernährungsempfehlungen wie dem OMK-Konzept fließen neben Aspekten der Nährstoffzufuhr und Krankheitsprävention auch Informationen zu den Essgewohnheiten und -vorlieben sowie die aktuelle Ernährungssituation der Zielgruppe ein.  Dafür werden Daten und Datensätze zur Ernährung und zum Essverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland benötigt. Im Forschungsprojekt werden bestehende Datensätze gesichtet und auf ihre Eignung hin beurteilt. Gleichzeitig können so auch etwaige Datenlücken identifiziert werden.