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Institut für Sicherheit und Qualität bei Obst und Gemüse

AFLA-Z

Ein Kooperationsprojekt zwischen deutschen und afrikanischen Forschungseinrichtungen

Afrika, Kontinent der Abenteuer und der Gefahren - so stellt man sich gemeinhin Afrika vor.  Doch nicht immer sind die Gefahren so offensichtlich. Das feuchtwarme Klima bietet Schimmelpilzen wie Aspergillus flavus optimale Wachstumsbedingungen und kann zu einer hohen Belastung von Lebens- und Futtermitteln mit dem stark krebserregenden Schimmelpilzgift Aflatoxin führen.  Gerade bei Kindern, älteren und geschwächten Menschen ist Aflatoxin regelmäßig auch Ursache für Todesfälle.

AFLA-Z, das für „Zero Aflatoxin“ steht, ist ein Forschungsprojekt des Max Rubner-Instituts (MRI), in dem Strategien entwickelt werden sollen, die Aflatoxin-Belastung zu reduzieren. Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Friedrich‐Löffler‐Instituts, des Julius Kühn‐Instituts, der Universität Koblenz‐Landau sowie zwei Projektpartnern in Kenia, KALRO (Kenya Agriculture and Livestock Research Organization) und EAFF (East African Farmers Federation), wird die Bildung von Aflatoxin auf Mais und die resultierende Belastung von Milch untersucht. Beide Lebensmittel sind in Sub-Sahara Afrika sehr beliebt und werden häufig konsumiert. Koordiniert wird das Projekt von PD Dr. Markus Schmidt-Heydt, Institut für Sicherheit und Qualität bei Obst und Gemüse des MRI am Standort Karlsruhe, beteiligt sind darüber hinaus zwei  weitere MRI-Institute an den Standorten Detmold und Kiel.

Nicht Einzelaktionen, sondern nur ein umfassender Ansatz kann zum Erfolg führen: Heute weiß man, dass nicht nur der Schutz der Pflanze vor Pilzbefall wichtig ist, sondern auch der Boden, auf dem die Pflanze wächst, einen großen Einfluss auf den Schimmelpilzbefall hat. Auch Insekten spielen eine wichtige Rolle bei der Bildung des gefährlichen Mykotoxins, zum einen indem sie die Pflanze verletzen und so Eintrittspforten für den Pilzbefall schaffen, zum anderen als Überträger von Pilzsporen. Eine Optimierung von Verarbeitungs- und  Lagerbedingungen setzt folglich umfassende chemische und molekularbiologische Analysen sowohl der Pflanze als auch des Pilzes hinsichtlich der Präsenz und Bildung von Aflatoxin voraus. Werden verschimmelte Maiskolben an Milchkühe verfüttert, kann es zum Übergang des Giftes in die Kuhmilch kommen, dem sogenannten „Carry Over“. Auch an diesem Punkt müssen die Untersuchungen ansetzen.

Insbesondere auf kleinen, ländlich gelegenen Farmen, mit teilweise jahrhundertealten Anbautraditionen, ist es oft schwierig, Änderungen in der Bewirtschaftung zu erreichen. Eine an die Bedingungen angepasste Kommunikation und die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Farmern sind wichtige Voraussetzungen für einen nachhaltigen Wissenstransfer, die kulturelle Akzeptanz der Empfehlungen und die Annahme der neuen Methoden und des erarbeiteten Wissens durch die lokale Bevölkerung.

Und: Durch den Klimawandel wird der Schimmelpilz Aspergillus flavus inzwischen immer öfter in südeuropäischen Ländern nachgewiesen, Kontaminationen von Lebensmitteln mit Aflatoxinen werden daher auch in Deutschland zunehmen.