32 Jahre am selben Arbeitsplatz zu arbeiten kann überaus abwechslungsreich sein: 1982 begann Dr. Hans Meisel seine Tätigkeit als Wissenschaftler im Institut für Chemie und Physik an der Bundesforschungsanstalt für Milchforschung in Kiel. 2004 wurde sein bisheriges Institut zum Institut für Chemie und Technologie der Milch (an der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel), dann vier Jahre später zum Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch (am Max Rubner-Institut). In dieser Zeit stieg Hans Meisel vom Wissenschaftler zum kommissarischen Leiter (2001) und schließlich zum Leiter des Instituts (2008) auf, immer in Kiel, immer im Dienste des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) – den Namen mal ergänzt durch „Forsten“, mal durch „Verbraucherschutz“.
Meisels Forschungsthema blieb verglichen mit dem abwechslungsreichen Lauf der Benennung seines Arbeitsgebers konstant: Das Thema seiner Habilitation „Lebensmittellehre und spezielle Humanernährung“ bearbeitete er und sein Institut von vielen Seiten und in großer Tiefe. Seine eigenen Arbeitsschwerpunkte waren dabei das Gebiet der Peptid- und Proteinchemie etwa der Identifizierung und ernährungswissenschaftlichen Bewertung von bioaktiven Peptiden.
Ein anderer Schwerpunkt war die Entwicklung spezieller Methoden für die chemische Lebensmittelanalyse. Federführend war Meisel verantwortlich für die Entwicklung der Methodik für Derivativ-Spektroskopie oder der Elektrophorese als Mittel zum Nachweis von Molkenprotein im Kasein bis zur Anwendungsreife. Beides wurde vom Gesetzgeber als „amtliche“ Methode übernommen. Wissenschaftliche Arbeit an einem Bundesforschungsinstitut bedeutet aber neben der Forschung nicht zuletzt auch die Erarbeitung von Stellungnahmen zu entscheidungsrelevanten Fragen des Ministeriums. Hier bewährte sich immer wieder die gleichermaßen große Kompetenz Meisels im Bereich der Lebensmittelqualität als auch der Ernährungsphysiologie. Auch in zahlreichen Arbeitsgruppen brachte sich Prof. Meisel ein, so etwa beim DIN-Institut als Obmann des Arbeitsausschusses Milch und Milcherzeugnisse oder bei der Expertengruppe der EU-Kommission zur „Entwicklung verschiedener Untersuchungsmethoden für Milcherzeugnisse“ (Generaldirektion VI). Meisel ist Mitglied des Beirats von Food for Health Ireland (Scientific Advisory Board) und der Milchwirtschaftlichen Lehr- und Untersuchungsanstalt Oranienburg e.V.Anlässlich seiner Verabschiedung im Rahmen eines wissenschaftlichen Kolloquiums in Kiel mit rund 100 Zuhörern dankte Prof. Dr. Gerhard Rechkemmer Prof. Hans Meisel für seinen Einsatz für das Max Rubner-Institut und ganz besonders für sein großes Engagement im Rahmen der Umstrukturierung des Instituts. Er würdigte ihn als sehr kompetenten Wissenschaftler und immer loyalen Kollegen.
