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Verabschiedung Prof. Dr. Bernhard Watzl

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Danke für die über 30 Jahre geleistete Arbeit am MRI

Dankbar für die geleistete Arbeit verabschiedet sich das Max Rubner-Institut von Bernhard Watzl, dem bisherigen Leiter des Instituts für Physiologie und Biochemie der Ernährung am MRI. Bernhard Watzl prägte durch seine wissenschaftliche Tätigkeit am Institut, gepaart mit seinen hervorragenden Kommunikations-Fähigkeiten, das Gesicht des MRI in der Öffentlichkeit.

Nach einem mehrjährigen Forschungsaufenthalt in den USA begann Bernhard Watzl im Jahr 1993 seine Tätigkeit als Ernährungswissenschaftler auf einer Projektstelle an der damaligen Bundesanstalt für Ernährung (BfE), einer der Vorläufereinrichtungen des heutigen Max Rubner-Instituts. Mit dieser Projektstelle und ab 1996 auf einer Planstelle wurde durch ihn der Arbeitsbereich „Ernährung und Immunsystem“ an der BfE aufgebaut. Ziel dieses bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland nicht etablierten Arbeitsbereichs war es zu erforschen, wie einzelne Lebensmittelinhaltsstoffe bestimmte Immunfunktionen beeinflussen. Schwerpunkte der experimentellen Forschung waren die Wirkungen von Pro- und Präbiotika, sekundären Pflanzenstoffen sowie Alkohol auf das Immunsystem. Die Forschungsarbeiten wurden mit nationalen und europäischen Kooperationspartnern durchgeführt.

Bernhard Watzl ist ein ausgewiesener Experte zu den gesundheitlichen Wirkungen von sekundären Pflanzenstoffen, die neben den immunmodulatorischen Wirkungen weitere für den Menschen relevante physiologische Wirkungen besitzen. Auch hierzu wurden von ihm wissenschaftliche Studien durchgeführt und zahlreiche Publikationen veröffentlicht. Dabei erkannte er früh die Bedeutung dieser gesundheitlich besonders wichtigen Pflanzeninhaltsstoffe.

Ab 2009 war Bernhard Watzl zudem zuständig für die gesundheitliche Bewertung von Milch und Milchprodukten. Seine fundierten Fachkenntnisse zu diesem Thema machten ihn zum renommierten Experten bei Anfragen zu dieser wichtigen tierischen Lebensmitteln und insbesondere zu einem wichtigen Ansprechpartner im Rahmen der Politikberatung. Gerade bei diesem häufig sehr emotional diskutierten Lebensmittelbereich war die umfassende Beurteilung der wissenschaftlichen Literatur auf diesem Gebiet durch sein Institut besonders wichtig.

Die sehr erfolgreichen Forschungsarbeiten führten zu hochrangigen Publikationen in den internationalen Fachzeitschriften der Ernährungswissenschaft. Als Folge dieser Publikationen wurde Watzl auf europäischer Ebene in verschiedene Gremien und Arbeitsgruppen berufen, um seine Expertise auf diesem Gebiet sowohl auf regulatorischer Ebene (z. B. im Rahmen des EU-Projektes PASSCLAIM) als auch bei der Erstellung von grundlegenden Übersichtsarbeiten zum Einfluss von Lebensmittelbestandteilen auf das Immunsystem einzubringen. Ein Ergebnis dieser Aktivitäten war die Publikation von mehreren sehr häufig zitierten Arbeiten im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere.

Die Forschungsarbeiten von Bernhard Watzl wurden national durch die DFG, BMBF, BMEL und BMWi gefördert, auf europäischer Ebene durch die EC, die European Science Foundation, den World Cancer Research Fund-UK sowie die Joint Programme Initiative „Healthy Diet for a Healthy Living“.

Zwischen 2009 und 2016 war er kommissarischer Leiter des Institut PBE und ab 2016 bis zu seinem Ausscheiden Direktor des gleichnamigen Instituts.

Bernhard Watzl war maßgeblich an der Etablierung und Durchführung des „Karlsruhe Nutrition Symposiums“, das später in die „Max Rubner Conference“ überführt wurde, beteiligt. Darüber hinaus war er für alle wichtigen europäischen Förderinstitutionen als Gutachter tätig. Im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, deren Vize-Präsident Bernhard Watzl derzeit ist, ist er seit 2004 aktiv.

Ab 2005 übte Bernhard Watzl einen Lehrauftrag am KIT aus und wurde im Jahr 2010 außerplanmäßiger Professor an der Fakultät Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik des Karlsruher Instituts für Technologie.

Durch seine häufige Präsenz in den Medien, aber auch durch sein engagiertes Vertreten der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der gesunden Ernährung wurde er zum häufigsten gesendeten Gesicht des MRI – und ist bis heute ein vielgefragter Ansprechpartner für Anfragen, die zu diesem Thema das Institut erreichen. Die Presse wusste sein umfassendes und stets aktuelles Wissen, seine seriösen Analysen der vorhandenen Studien und die Fähigkeit, dies wissenschaftlich korrekt, aber dennoch auf den Punkt zu präsentieren, sehr zu schätzen. Ob es um die Gesundheitswirkung des Fleischverzehrs oder das von den Medien geprägte Phänomen „Superfood“ ging – wenn es für die Verbraucherinnen und Verbraucher wichtig schien, erklärte Bernhard Watzl auch zum wiederholten Male das, was die Wissenschaft zu diesen Fragen zu sagen hat. Neben den Verpflichtungen im Rahmen von wissenschaftlichen Kongressen, war er darüber hinaus stets bereit, z.B. bei Vorträgen, Diskussionsrunden und verbrauchernahen Events sein Wissen mit den Menschen zu teilen.

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