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Gute Qualitäten bei erhöhtem Mutterkornvorkommen im Roggen

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Brotgetreideernte 2022

Im Rahmen der „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung 2022“ wurden rund 1500 Weizenproben und 680 Roggenproben eingereicht. Bislang konnten knapp 90 Prozent der Weizen- und etwas über die Hälfte der Roggen-Proben auf verschiedene Qualitätsparameter und auf die Verunreinigung mit Mykotoxinen hin analysiert werden.

Die Bedingungen für die Aussaat des Winterbrotgetreides waren überwiegend günstig und die meisten Bestände durchliefen eine gute Herbst- und Winterentwicklung. Probleme durch Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer wurden regional sehr unterschiedlich und zu unterschiedlichen Zeitpunkten spürbar, besonders früh etwa in Sachsen-Anhalt. Aufgrund der hohen Temperaturen und starken Sonneneinstrahlung setzte die Abreife, teilweise auch Notreife, recht früh ein, dadurch war die Getreideernte vielfach bereits Ende Juli abgeschlossen.

Die diesjährige Winterweichweizen-Ernte weist im Durchschnitt aller untersuchten Proben aus dem Bundesgebiet einen Rohproteingehalt von 11,8 Prozent auf (Vorjahr: 12,7 %). Den höchsten durchschnittlichen Rohproteingehalt von 13,1 Prozent weisen die bisher vorliegenden Proben aus Thüringen auf. Dagegen liegen die Proben aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, beides Länder mit hohen Hektarerträgen, unter 11 Prozent. Auch der Sedimentationswert, ein indirektes Maß zur Bestimmung der Proteinqualität, liegt mit 39 ml unter dem Niveau des Vorjahreswertes (47 ml). Insgesamt ist die Klebergüte als gut dehnbar und elastisch einzustufen, der reduzierte Feuchtklebergehalt im Schrot (23,2 %; Vorjahr 24,3 %) kann jedoch die fehlende Proteinmenge nicht kompensieren. Bezüglich des Kriteriums Fallzahl ist die diesjährige Weizenernte unproblematisch, sie liegt im Mittel bei 359 Sekunden. Das Hektolitergewicht zeigt sich in diesem Jahr überdurchschnittlich (78,7 kg/hl) und der Schmachtkornanteil (0,91 Gew. %) liegt unter den Werten der Vorjahre.

Beim Roggen erreichen 99,8 Prozent der analysierten Proben Brotroggenqualität. Qualitativ stellt sich die Roggen-Ernte auch in diesem Jahr als enzymarm dar. Die bislang untersuchten Roggenpartien liegen in einem hohen Fallzahlbereich von 299 Sekunden. Analog dazu weist auch die Stärkebeschaffenheit extrem hohe Verkleisterungstemperaturen und Amylogrammmaxima (77,6 °C; 1771 AE) auf. Das Hektolitergewicht (76,3 kg/hl) hat sich gegenüber dem Vorjahr (72,5 kg/hl) erhöht, der Anteil an Schmachtkorn ist gegenüber dem Vorjahr etwas gesunken und wird regional vereinzelt zu erhöhten Ausbeuteverlusten führen.
Das mittlere Vorkommen von Mutterkornsklerotien (1,0 g/kg) ist gegenüber dem Vorjahr (0,4 g/kg) deutlich erhöht. In 28 Prozent der bisher untersuchten Proben beim Roggen wurde der Grenzwert von 0,5 g/kg überschritten.

In den auf weitere Mykotoxine untersuchten Ernteproben wurden bisher sehr geringe Gehalte an Deoxynivalenol (DON), das in Deutschland am häufigsten natürlich vorkommende Schimmelpilztoxin, und auch an Zearalenon nachgewiesen. Im Weizen liegen die bisher festgestellten DON-Gehalte im langjährigen Mittel auf einem extrem niedrigen Niveau. Keines der bisher untersuchten Weizen- oder Roggen-Proben überschritt den zulässigen Grenzwert für DON von 1,25 mg/kg. Auch Zearalenon wurde in sehr wenigen der untersuchten Proben (Weizen und Roggen) auf einem sehr niedrigen Niveau nachgewiesen. Hinsichtlich der sehr niedrigen Fusarientoxin-Gehalte profitieren insgesamt alle Anbaugebiete Deutschlands gleichermaßen von den langen Trockenperioden während des Getreide-Aufwuchses.

Zwischenbericht des Max Rubner-Instituts zur Besonderen Ernte- und Qualitätsuntersuchung (BEE) (pdf, nicht barrierefrei)

 

Mähdrescher auf dem Feld