Am 23. Juli 2026 wurde Direktor und Professor Dr. Ronald Maul vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Leiters des Instituts für tierische Lebensmittel des Max Rubner-Instituts beauftragt. Bereits seit 2020 leitete Maul eines der beiden Vorläuferinstitute stellvertretend, seit 2024 kommissarisch. Mit Gründung des Instituts für tierische Lebensmittel durch Zusammenlegung des Instituts für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch und des Instituts für Sicherheit und Qualität bei Fleisch übernahm er, gemeinsam mit Prof. Dr. Dagmar Brüggemann, dessen kommissarische Leitung. Damit begleitete Maul den anspruchsvollen Transformationsprozess von Anfang an mit großem Engagement und der nötigen Flexibilität.
Der neue Institutsleiter bringt mit seinem Werdegang die für die Aufgabe erforderliche breite Kompetenz in besonderem Maße mit: Das Studium der Lebensmittelchemie an der Universität Münster schloss er 2003 mit dem 2. Staatsexamen ab. Nach der Promotion im Jahr 2008 an der Universität Hamburg ging sein wissenschaftlicher Weg über das Center for Cardiovascular Research an der Charité Berlin, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) zum Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Von 2016 an hatte Maul für mehrere Jahre eine Vertretungsprofessur an der Hochschule Bremerhaven für das Fach Lebensmittelanalytik inne. 2021 habilitierte er im Fach Lebensmittelchemie an der Universität Hamburg im Fachbereich Chemie.
Am Max Rubner-Institut leitet Maul seit rund sechs Jahren eine inzwischen institutsübergreifende Arbeitsgruppe zur Rückstands- und Kontaminantenanalytik. In seiner Forschung widmet er sich schwerpunktmäßig den Herausforderungen der Lebensmittelsicherheit durch unterschiedliche Biotoxine. Im Fokus stehen dabei Methoden der instrumentellen Analytik zur Aufklärung von Bildung und Umwandlung natürlicher Toxine aber auch von Umweltkontaminanten entlang der Lebensmittelkette. Vor allem Untersuchungen zum Transfer von Pflanzen- und Mykotoxinen in tierische Lebensmittel sind dabei wichtige aktuelle Forschungsthemen.
Aus seinen nationalen und internationalen Kooperationen und Projekten sind herausragende Publikationen entstanden. Maul ist Mitglied in wichtigen Kommissionen und Arbeitsgruppen, unter anderem aktuell in der EFSA CONTAM-Arbeitsgruppe “Phomopsins in feed and food“ und der BfR-Kommission für Kontaminanten in der Lebensmittelkette. Ferner ist er Mitglied im Editorial Board der Fachzeitschrift „Mycotoxin Research“ und im „extended advisory board“ der International Society for Mycotoxicology (ISM).
MRI-Präsidentin Prof. Dr. Tanja Schwerdtle ist überzeugt, dass der neue Institutsleiter die Herausforderungen, die das neue dezentral organisierte Institut mit sich bringt, meistern wird: „Mit seinem Gestaltungswillen, seiner Empathie, seinem Respekt vor dieser Aufgabe, Verständnis von akademischer Freiheit und seiner herausragenden fachlichen Kompetenz ist Ronald Maul dafür optimal gerüstet. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“
