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Nährwertkennzeichnung

Nährwertkennzeichnung

Außen zeigen, was innen enthalten ist

In Deutschland sind nicht-übertragbare Erkrankungen wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs die Haupttodesursachen. Die Ernährung ist ein Bereich, durch den das Erkrankungsrisiko aktiv gesenkt oder erhöht und damit die Gesundheit beeinflusst werden kann.

Eine Möglichkeit, den gesundheitsförderlichen Lebensstil der Bevölkerung zu unterstützen, ist die Lebensmittelkennzeichnung von verarbeiteten und vorverpackten Produkten. Eine leicht verständliche und transparente Kennzeichnung soll es den Verbraucherinnen und Verbrauchern erleichtern, beim Einkauf ernährungsphysiologisch günstigere Produkte auszuwählen. Gleichzeitig schafft man so ernährungsphysiologisch besser zu beurteilenden Produkten einen Vorteil vor weniger günstigen Produkten.

Hersteller von vorgefertigten Produkten sind nach geltendem EU-Recht verpflichtet, auf der Lebensmittelverpackung die Gehalte an Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz anzugeben (Artikel 30 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des europäischen Parlamentes und des Rates; Lebensmittelinformationsverordnung, LMIV). Darüber hinaus besteht gemäß Artikel 35 LMIV die Möglichkeit einer zusätzlichen, freiwilligen Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite einer Lebensmittelverpackung, einer sogenannten „Front-of-Pack“ (FoP) Kennzeichnung.

Weltweit existieren viele unterschiedliche Nährwertkennzeichnung-Modelle (NWK-Modelle). Sie werden in den jeweiligen Ländern von verschiedenen Verbrauchergruppen in unterschiedlicher Weise wahrgenommen und interpretiert. Das Max Rubner-Institut hat ein objektives Kriterien-Set  für die Beurteilung von NWK-Modellen entwickelt. Zudem hat es nach vierwöchiger Entwicklungszeit ein NWK-Modell-Entwurf  entwickelt, das eine Verbindung zwischen dem schaffen soll, was bisher schon an Gutem und Vorteilhaftem vorhanden ist. Es kann als Brücke zwischen den verschiedenen Interessen verstanden werden, die bei der Einführung einer Nährwertkennzeichnung zu berücksichtigen sind – eine Brücke, die im Idealfall für alle einen gangbaren Weg darstellt.