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Reformulierung

Oleogele – Rapsöl in fester Form

Für die Herstellung von geschmacklich und optisch ansprechenden Backwaren werden oftmals Fette mit ganz speziellen Eigenschaften benötigt. Bisher werden dafür in der Industrie üblicherweise Fette wie Backmargarine oder auch gehärtetes Erdnussfett eingesetzt, die jedoch nicht selten eine große Menge an gesundheitlich bedenklichen gesättigten oder trans-Fettsäuren enthalten. Darüber hinaus können feste Fette wie Palmfett oder Kokosfett eingesetzt werden, deren Verwendung aus ökologischer Sicht derzeit allerdings sehr kritisch bewertet wird.

Um die gesundheitlichen und ökologischen Probleme zu umgehen, wäre es denkbar, sogenannte Oleogele auf Basis von Rapsöl einzusetzen. Dazu werden dem eigentlich flüssigen Rapsöl fettartige Substanzen wie natürlich vorkommendes Sonnenblumenwachs oder die bereits zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe Ethylzellulose (E462) und Monoglyceride (E471) zugesetzt, was zu einer Verfestigung des Rapsöls führt. Die auf diese Weise hergestellten Oleogele sind hinsichtlich ihrer Festigkeit und Streichfähigkeit mit Margarine vergleichbar.

Durch den Einsatz eines speziell gezüchteten hoch Ölsäure-haltigen Rapsöls oder auch durch die Verwendung von auf Rosmarin basierenden Antioxidantien zeigen Oleogele sogar eine mit Margarine vergleichbare Haltbarkeit. Die auf Oleogel-Basis hergestellten Backwaren, wie z.B. Mürbekekse oder Muffins, weisen geschmacklich keine wesentlichen Beeinträchtigungen auf und schneiden in einem Beliebtheitstest teilweise sogar besser als der Margarine-Standard ab. Das ist ein wichtiger Schritt für das Projekt. Wenn die Produkte von Verbraucherinnen und Verbraucher akzeptiert zu werden, haben die Oleogele vielleicht eine Chance, eines Tages tatsächlich eingesetzt zu werden.