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Nationales Referenzzentrum

Nationales Referenzzentrum für Echtheit und Integrität der Lebensmittelkette

© iStockphoto.com/ isak55

Seezunge oder Scholle? Bio oder nicht? Mit ausgefeilter Technik lassen sich diese und andere Fragen zur Echtheit und Integrität von Lebensmitteln beantworten. Mit dem Aufbau eines Nationalen Referenzzentrums für Echtheit und Integrität der Lebensmittelkette am Max Rubner-Institut sagt das Bundesministerium für Ernährung und Lebensmittel dem Betrug und der Fälschung in diesem Bereich den Kampf an.

Das neue Zentrum wird die Forschung des MRI und die anderer Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet koordinieren, als nationale Kontaktstelle das deutsche Wissen mit dem geplanten europäischen Referenzzentrum und anderen Institutionen vernetzen und beratend nach allen Seiten wirken.

Die Echtheit von Lebensmitteln kann ohne aufwändige und anspruchsvolle Laboruntersuchungen meist nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Der Verbraucher muss hier dem vertrauen, was ausgelobt wird, sei es vom Händler selbst oder auf der Lebensmittelverpackung. Herkunft und Regionalität, Anbauweise oder Sorten spielen für die Kaufentscheidung aber eine immer größere Rolle und Verbraucher sind oft bereit, für spezielle Produkte wie Bio-Lebensmittel einen höheren Preis zu bezahlen was zur Folge hat, dass es in diesen Bereichen immer wieder zu Verfälschungen kommt.

Am Max Rubner-Institut wird zur Authentizität von Lebensmitteln seit vielen Jahren geforscht. Hier wurden und werden Analyseverfahren entwickelt und modernste Methoden  eingesetzt, um die Echtheit von Lebensmitteln nachzuweisen. Die entwickelten Methoden werden den Überwachungsbehörden und örtlichen Untersuchungsämtern zur Verfügung gestellt, um sie für Routinekontrollen einzusetzen. Zur Speziesbestimmung bei Fischerei- oder Geflügelerzeugnissen werden zum Beispiel DNS-analytische Verfahren eingesetzt. Die Unterscheidung ökologisch erzeugter und konventionell produzierter Milch- und Fischprodukte gelingt sehr gut mit einer Kombination verschiedener Methoden, etwa der Bestimmung der Mengenverhältnisse stabiler Isotopen oder des spezifischen Fettsäure-Musters. Weitere Methoden wurden entwickelt, um etwa Beimischungen von Fremdproteinen wie Soja in Fleischerzeugnissen zu erkennen. Zunehmend gewinnen auch Metabolomics-Methoden an Bedeutung, die darauf beruhen, dass jedes Lebensmittel einen charakteristischen Fingerabdruck an Inhaltsstoffen besitzt.

Um den grenzübergreifend arbeitenden Lebensmittelfälschern das Handwerk zu legen, ist eine europäische und internationale Zusammenarbeit unerlässlich. Und hier wird das neue Nationale Referenzzentrum in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen. Entlang der gesamten Lebensmittelkette gilt es, potenzielle Problemstellen vorausschauend auszumachen, betrügerische Machenschaften aufzudecken und mit allen verfügbaren Methoden und Vorgehensweisen dazu beizutragen, dass die Verbraucher weiterhin auf die Echtheit und Integrität der Lebensmittel vertrauen können.