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Aktuelles

Reformulierung industriell hergestellter vorgefertigter Produkte

Industriell vorgefertigte Produkte enthalten häufig zu viel Fett, Zucker und Salz. Ein übermäßiger Verzehr dieser Nährstoffe trägt zu einem erhöhten Risiko zum Beispiel für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus Typ 2 bei, was das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen stellt. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Europäische Kommission (KOM) verfolgen Strategien, um diesem Problem entgegenzuwirken. Ein Ansatz ist die Reformulierung von vorgefertigten Produkten, also die Reduzierung von Fett, Zucker und Salz in diesen Lebensmitteln. Auch in Deutschland wird eine nationale Strategie zur Reformulierung von Lebensmitteln erarbeitet. Zu diesem Themenbereich werden im Institut für Ernährungsverhalten zwei Forschungsprojekte durchgeführt.

Projekt 1:
Häufig gekaufte industriell vorgefertigte Produkte und deren Fett-, Zucker- und Salzgehalte

Um Hinweise auf eventuell zu reformulierende Produkte zu bekommen, muss bekannt sein, welche vorgefertigten Produkte in der Bevölkerung häufig konsumiert werden. Aus den häufig konsumierten Produkten können diejenigen Produkte identifiziert werden, die viel Fett, Zucker und Salz enthalten.
Es wurde ein Forschungsprojekt mit dem Ziel durchgeführt, häufig gekaufte industriell vorgefertigte Produkte sowie deren Fett-, Zucker- und Salzgehalte zu ermitteln.
Repräsentative Daten, die sich auf die Erfassung der Einkäufe von 30.000 Haushalten im Jahr 2015 beziehen, wurden von einem Marktforschungsinstitut angekauft. Zusätzlich wurden für einige Produktgruppen Daten zu Absatz, Umsatz oder Pro-Kopf-Konsum aus Statistiken entnommen. Angaben zu Fett-, Zucker- und Salzgehalt der Produkte wurden durch Internetrecherchen, Anfragen bei den Herstellern und Erhebungen im Lebensmitteleinzelhandel ermittelt. Zurzeit liegen Daten von insgesamt ca. 12.500 Produkten in 18 Produktgruppen vor. Die Produktgruppen (z. B. vorgefertigte Soßen) wurden in Untergruppen nach Zustandsform (gekühlte, tiefgefrorene, konservierte und getrocknete Soßen) untergliedert. Diese Untergruppen wurden z. T. noch weiter gegliedert (z. B. „konservierte Soßen“ in süße Dessertsoßen und salzige Soßen und letztere z.B. in Ketchup, Salatsoßen, Pastasoßen). Für diese Gruppen wurden die Fett-, Zucker- und Salzgehalte pro 100 g des verzehrfertigen Produkts ausgewiesen.

Bericht Reformulierung Projekt 1

Projekt 2:
Verbraucherbefragung zum Konsum industriell vorgefertigter Produkte

Geplant ist eine Verbraucherbefragung zum Konsum vorgefertigter Produkte. Dazu werden ab Herbst 2017 in einer repräsentativen deutschlandweiten Studie 4.000 Personen (deutschsprachige Bevölkerung ab 18 Jahren) befragt. Mit der Durchführung der Interviews wird ein Marktforschungsunternehmen beauftragt.
Ziel dieses Forschungsprojekts ist es zum einen zu ermitteln, welche vorgefertigten Produkte von welchen Bevölkerungsgruppen häufig verzehrt werden und zum anderen das Konsumverhalten in Bezug auf vorgefertigte Produkte zu untersuchen. Dazu gehören z. B. die Gründe für den Verzehr von vorgefertigten Produkten im Vergleich zu selbst hergestellten Speisen. Die Auswahl der vorgefertigten Produkte, zu denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer näher befragt werden, wird anhand der Daten aus Projekt 1 getroffen.

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