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Aktuelles

Minimierung von Mineralölbestandteilen in Speiseölen

Vorbeugender Verbraucherschutz

Mineralöl und daraus hergestellte Produkte finden sich in vielen Lebensbereichen des Menschen. Der weltweite Verbrauch lag im Jahr 2015 bei über 12 Millionen Tonne pro Tag. Geringe Mengen an Mineralölbestandteilen, von denen einzelne Komponenten als toxikologisch bedenklich eingestuft worden sind, wurden als Kontaminanten auch in vielen Lebensmitteln, insbesondere Speiseölen, nachgewiesen. Ölsaaten, aber auch Öle können die fettlöslichen Mineralölbestandteile aus der Umgebung sammeln und anreichern, wobei die Eintragswege nur teilweise bekannt sind. Diese Substanzen gelangen auf vielfältige Weise in die Produktionskette und lassen sich zurzeit auch durch den Raffinationsprozess nur teilweise wieder entfernen. Zur sicheren Erfassung der Beiträge von Mineralölkomponenten zur stufenweisen Erhöhung der Gesamtbelastung in einzelnen Verarbeitungsschritten muss die Nachweisgrenze des Analysenverfahrens verbessert werden.
Seit September 2017 wird ein vom Verband der Ölsaatenverarbeitenden Industrie Deutschland (OVID) und anderen Verbänden initiiertes Forschungsvorhaben „Identifizierung und Bewertung von Eintragsquellen für Mineralölbestandteile in Speiseölen, Entwicklung eines Minimierungskonzeptes für die Raffination sowie Weiterentwicklung einer Analysenmethode zur Verbesserung der Nachweisempfindlichkeit zur Qualitätskontrolle“ unter Federführung des Max Rubner-Institutes bearbeitet. Projektpartner sind dabei das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik e.V. und das Julius Kühn-Institut.
In den nächsten 30 Monaten ist es ein wichtiges Ziel dieser Arbeiten, die Eintragswege für Mineralölkomponenten in Speiseöle in der gesamten Herstellungskette, vom Acker bis zum fertigen Produkt, zu identifizieren und so Möglichkeiten zur Minimierung für kleine und mittelständische Unternehmen anbieten zu können. Darüber hinaus soll untersucht werden, wie eine bestehende Kontamination von Speiseölen mit Mineralölbestandteilen während der Raffination minimiert werden kann. Ziel ist eine Optimierung des bestehenden Raffinationsprozesses, ggf. mit Einführung neuer Raffinationsschritte.
Die Nachweisempfindlichkeit der analytischen Methode soll verbessert werden, um auch kleine Beiträge zur Gesamtbelastung einer Probe mit Mineralölbestandteilen sicher bestimmen zu können. Darüber hinaus soll die Erkennung nicht relevanter Nebenbestandteile natürlichen Ursprungs und somit eine Überbewertung des Risikos vermieden werden.
Die Arbeiten zu dem Projekt sind ein wichtiger Beitrag zum vorbeugenden Verbraucherschutz, der die Produktqualität im Bereich der Fett- und Ölverarbeitung sicherstellt. Die erarbeiteten Kenntnisse über die Eintragswege von Mineralölkomponenten in die Produktion von Speiseölen sowie über Möglichkeiten zur Entfernung der unerwünschten Bestandteile während des Herstellungsprozesses wird die Erarbeitung von Minimierungsstrategien ermöglichen.  
Um diese Ziele zu erreichen wollen drei Forschungsstellen eng zusammenarbeiten: Das Max Rubner-Institut für die Analytik und Methodenentwicklung, das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik, für die Ölsaatenverarbeitung und das Julius Kühn-Institut für die Stufenkontrollen und Bewertung in der Herstellungskette. Die Projektlaufzeit beträgt 30 Monate.

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