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Aktuelles

Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbraucherverhalten

Auswertung von NEMONIT zur Lebensmittelhaltbarkeit

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist in die Diskussion geraten  – wird es  tatsächlich von allen richtig verstanden oder führt es womöglich dazu, dass noch unverdorbene Lebensmittel im Müll landen? Im Rahmen des Forschungsprojektes REFOWAS (REduce FOod WASte) gehen Wissenschaftler des Max Rubner-Instituts daher u.a. der Frage nach, wie Verbraucher mit dem MHD umgehen.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt an, bis wann ungeöffnete Lebensmittel bei richtiger Aufbewahrung ihre spezifischen Eigenschaften wie Farbe, Geruch, Konsistenz und Geschmack garantiert behalten. Ein Lebensmittel mit abgelaufenem MHD ist somit nicht automatisch schlecht, sondern sollte durch Sehen, Riechen und Schmecken auf seine Genießbarkeit geprüft werden. Wie die Verbraucher tatsächlich mit solchen Lebensmitteln umgehen, untersuchen die Wissenschaftler anhand von Daten des Nationalen Ernährungsmonitorings (NEMONIT) der Jahre 2012 und 2013. Für die Auswertung wurden gewichtete Daten von rund 1.800 Teilnehmern im Alter von 20 bis 80 Jahren herangezogen, die telefonisch zu ihrem Ernährungsverhalten befragt wurden.

Es zeigt sich, dass eine Mehrheit von 88 Prozent der Befragten bei Lebensmitteln mit abgelaufenem MHD prüfen, ob sie noch verwendbar sind. Aber immerhin sieben Prozent der Befragten werfen diese Lebensmittel generell weg. Der Anteil ist größer bei jüngeren Personen, bei Erwerbstätigen und bei Personen, die in Mehrpersonenhaushalten leben. Zudem zeigen sich Zusammenhänge zum Essalltag: Befragte, die Lebensmittel mit abgelaufenem MHD wegwerfen, kochen seltener täglich, essen häufiger außer Haus und werfen auch die Reste warmer Mahlzeiten häufiger weg.

Im Kontext der gesamten Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten scheinen Lebensmittel mit abgelaufenem MHD allerdings nur eine marginale Rolle zu spielen: Etwa die Hälfte der Befragten gab an, dass abgelaufene Lebensmittel gar keinen Anteil an den in ihrem Haushalt weggeworfenen Lebensmitteln haben. Den Hauptteil der Lebensmittelabfälle machen ihren Angaben zufolge verdorbene Lebensmittel aus.

Die Erkenntnisse fließen in das Projekt REFOWAS ein. Hier arbeiten das Thünen-Institut, die Universität Stuttgart, die Verbraucherzentrale NRW und das Max Rubner-Institut in mehreren Teilprojekten daran, Handlungsoptionen für Politik, Produzenten und Verbraucher zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen zu entwickeln. Dafür werden Ursachen von Lebensmittelverlusten entlang der gesamten Wertschöpfungskette untersucht. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Weitere Informationen: www.refowas.de

 

 

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