Minimierung von 3-MCPD-Fettsäureestern
Projekt abgeschlossen
Die Minimierung der gesundheitlich bedenklichen 3-MCPD-Fettsäureester und verwandten Verbindungen in Speiseöl ist möglich, wenn der gesamte Verarbeitungsprozess einbezogen wird. Wichtig ist schon die Auswahl geeigneter Ausgangsmaterialien und die Reduzierung und Vermeidung der Vorstufen für die Bildung der Ester im Rohmaterial. Werden die Raffinationsbedingungen angepasst und gezielt verändert sowie die unerwünschten Fettsäureester mit Adsorbentien aus dem raffinierten Öl entfernt, lassen sich die Gehalte deutlich senken. Allerdings ist es nicht möglich, diese vielversprechenden Ansätze in die großtechnische Praxis kurzfristig umzusetzen.
Am 30. September 2011 wurde das vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL) sowie vom Verband der Ölsaatenverarbeitenden Industrie Deutschland (OVID) und anderen Verbänden initiierte Forschungsvorhaben „Untersuchungen zur Bildung von 3-Monochlorpropan-1,2-diol-Fettsäureestern (3-MCPD-FE) in Pflanzenölen und Entwicklung von Strategien zu deren Minimierung“ (AiF 16004 BG) unter der Federführung des Max Rubner-Institutes abgeschlossen.
Gemeinsam mit Pilot Pflanzenöltechnologie Magdeburg e. V. (PPM), Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e.V. (DIL) und Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA) konnte gezeigt werden, dass eine Minimierung der Gehalte an diesen gesundheitlich bedenklichen Substanzen grundsätzlich möglich ist durch:
- Reduzierung oder Vermeidung der Vorstufen im Rohmaterial vor der Verarbeitung bzw. Auswahl geeigneter Ausgangsmaterialien
- Veränderung der Raffinationsbedingungen
- nachträgliche Reduzierung durch geeignete Adsorbentien.
Erfolgversprechend scheint hierbei vor allem, bereits am Anfang der Produktionskette mit Maßnahmen zur Minimierung zu beginnen. Dies bedeutet, dass für Palmöl verstärkt auf die Optimierung der Verarbeitung der Palmfrüchte mit möglichst kurzen Lagerzeiten von der Reife bis zur Verarbeitung geachtet werden muss.
Im Rahmen von Minimierungsmaßnahmen ist es nicht ausreichend, die Raffinationsparameter im bestehenden Prozess zu optimieren, da dies nur in einem begrenzten Umfang zur Reduzierung der 3-MCPD-FE und verwandten Verbindungen führt. Vielmehr wurde gezeigt, dass durch die Einführung weiterführender Raffinationsschritte wie Waschen des Rohöls vor der Raffination, Zusatz von Hilfsstoffen während der Desodorierung, aber auch Einführung der zweistufigen Desodorierung bzw. Kurzwegdestillation eine deutliche Reduzierung erreicht werden kann. Ebenso ist eine nachträgliche Entfernung der Glycidylester aus den raffinierten Produkten mit Hilfe geeigneter Adsorbentien als weiterer Baustein eines Minimierungskonzeptes geeignet.
Durch eine Kombination der verschiedenen Maßnahmen ist es möglich, die Gehalte an 3-MCPD-FE und verwandten Verbindungen deutlich zu senken. Allerdings ist eine kurzfristige Umsetzung dieser vielversprechenden Ansätze in die großtechnische Praxis derzeit noch nicht möglich. Hier sind weiterführende Arbeiten nötig, um die erfolgsversprechenden Minimierungsansätze bis zur großtechnischen Anwendung zu bringen. Im Max Rubner-Institut wird weiter daran gearbeitet.
Das Vorhaben der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) der Forschungsvereinigung Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V. (FEI), Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn wurde über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF e.V)im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
Ansprechpartner: bertrand.matthaus@mri.bund.de
