Versuchsgut
Versuchsstation Schädtbek
Die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln wird maßgeblich durch Einflüsse auf der Ebene des Erzeugerbetriebes bestimmt. Daher werden in den produktbezogenen Instituten des Max Rubner-Instituts alle Stufen der Lebensmittelkette in die wissenschaftlichen Untersuchungen einbezogen.
Für den Bereich der Lebensmittel tierischer Herkunft bietet die Versuchsstation Schädtbek sehr gute Voraussetzungen: hier befindet sich die einzige Einrichtung des Max Rubner-Instituts, in der Rinder, Milchkühe und ggf. andere landwirtschaftliche Nutztiere wie Milchschafe und Milchziegen unter praxisnahen Bedingungen gehalten werden können.
Bereits seit Jahrzehnten werden vom Max Rubner-Institut insbesondere Fragen zur Milchhygiene unter Einschluss aller Stufen der Produktion, auch der Futtermittel unter dem Motto "Vom Gras zum Glas“ bearbeitet. Dazu steht seit 2004 ein moderner Milchviehstall zur Verfügung. Die 100 Milchkühe der Rasse Holstein-Schwarzbunt werden vor allem im Hinblick auf den Eutergesundheitsstatus regelmäßig untersucht. Für die experimentell arbeitenden Bereiche des Instituts werden Milchproben mit speziellen Eigenschaften bereit gestellt, z.B. Viertel- oder Gesamtgemelke mit vorgegebenem Zellgehalt, keimarme Milch bzw. Tankmilch mit gleichbleibend hoher Qualität.
Die Bewirtschaftung der zugehörigen landwirtschaftlichen Nutzfläche ermöglicht weitgehend die Futterversorgung aus eigenem Anbau, der speziellen Erfordernissen von Forschungsprojekten angepasst werden kann.
Charakterisierung und landwirtschaftliche Nutzung der Versuchsstation Schädtbek
Im Prüfungsjahr 2009 lag die Herdengröße bei 98 Kühen. Die durchschnittliche Jahresleistung betrug 9221 kg Milch mit 3,87 % Fett und 3,28 % Eiweiß. Es handelt sich um eine geschlossene Herde: seit 1992 wurden keine Rinder zugekauft und die Remontierung erfolgt ausschließlich aus eigener Nachzucht. Daher liegt ein günstiger Tierseuchenstatus vor.
Bodenart: Braunerde aus diluvialer Grundmoräne, sandiger Lehm/lehmiger Sand
Bodenzahl: 48 – 50
Niederschläge: ca. 750 mm/Jahr
Ø-Temperatur: 8°C
Höhe über NN: 40 m
Flächennutzung: insgesamt 176 ha, davon 99,8 ha Ackerland, 28,5 ha Dauerweide, 25 ha Wald, Hoffläche und Knicks, 19 ha Teiche
Fruchtfolge: 1. Winterweizen/Wintergerste 2. Kleegras, 3. Kleegras, 4. Silomais, 5. Lupine
