Leitstelle & Nationale Referenzlaboratorien
Leitstelle zur Überwachung der Umweltradioaktivität
Die Aufgaben der Leitstelle am Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch werden durch das "Gesetz zum vorsorgenden Schutz der Bevölkerung gegen Strahlenbelastung (StrVG)" und die "Richtlinie zur Emissions und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen (REI)" geregelt. Hierzu gehören Arbeiten im Rahmen der Radioaktivitätsüberwachung und Forschungsaufgaben auf dem Gebiet der radiochemischen Analytik, der vernetzten Informationssysteme und der Radioökologie der Nahrungskette (außer Fisch). Die Leitstelle ist in das bundesweite "Integrierte Mess und Informationssystem zur Überwachung der Umweltradioaktivität" (IMIS) eingebunden und für die Umweltbereiche Boden, Bewuchs, Futtermittel und Nahrungsmittel pflanzlicher und tierischer Herkunft verantwortlich. Die Leitstelle prüft und bereitet die Messdaten der Radioaktivitätsüberwachung der Bundesländer auf, sichert bundeseinheitliche Qualitätsstandards durch Vergleichsuntersuchungen zur Validierung und entwickelt Probenahme , Analysen und Messverfahren, die in den Messanleitungen des BMU dokumentiert werden. Es besteht ein ständiger wissenschaftlicher Austausch mit dem Bundesamt für Strahlenschutz, den anderen Leitstellen des Bundes sowie den amtlichen Messstellen. Die Leitstelle fungiert als Forschungs-, Beratungs- und Bewertungsinstanz, die Daten zur Risikobewertung der Strahlenexposition der Menschen sowie wissenschaftlich fundierte Entscheidungshilfen für Maßnahmen im Intensivfall zur Verfügung stellt.
Nationale Referenzlaboratorien
Die Etablierung der Nationalen Referenzlabore am MRI ist eine Folge der langjährigen Forschungstätigkeiten des Instituts auf den entsprechenden Fachgebieten. Das Institut nimmt die Aufgaben des nationalen Referenzlaboratoriums (NRL) für Milch und Milcherzeugnisse in der Bundesrepublik Deutschland und des nationalen Referenzlabors für Anisakis (Nematoden) - gemäß Art. 33 der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 vom 29. April 2004 - wahr. Die Referenzlaboratorien sind nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005 („Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien“) akkreditiert.
Die Aufgabenbereiche des NRL Milch und Milchprodukte betreffen Kriterien zur Beurteilung der Milch hinsichtlich der Milchgüte und der hygienischen Qualität, insbesondere die Bestimmung somatischer Zellen, saprophytärer Keime sowie die Aktivität der Alkalischen Phosphatase in Milch. Die Grundlage zur Wahrnehmung der Aufgaben bietet das MRI-eigene Versuchsgut Schädtbek mit dem Zugriff auf Kühe, die hinsichtlich der Tier- und Eutergesundheit sehr gut charakterisiert sind und somit die Bereitstellung von ausgewählten Milchproben mit bestimmten Eigenschaften ermöglichen.
Das NRL Anisakis ist für die Entwicklung und Standardisierung von Methoden zum Nachweis von Fischparasiten zuständig, und zwar von Nematodenlarven in Fischen und Fischereierzeugnissen. Voraussetzung für diese Arbeiten sind eine genaue Kenntnis der fischspezifischen Verarbeitungsbedingungen, eine enge Zusammenarbeit mit der Fischindustrie und die Nutzung der BMELV eigenen Forschungsschiffe.
Die nationalen Referenzlaboratorien arbeiten mit dem für ihren Bereich zuständigen EU-Gemeinschaftsreferenzlaboratorium zusammen und koordinieren in ihrem Zuständigkeitsbereich die Tätigkeit der amtlichen Laboratorien, die für die Analyse von Proben zuständig sind. Die NRLs beteiligen sich national und auf europäischer Ebene an Ringuntersuchungen, wie auch an der Bereitstellung von Referenzmaterialien.
