Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung
Im Institut für Physiologie und Biochemie (PBE) werden die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit untersucht. Auf der Basis moderner physiologischer, biochemischer und molekularbiologischer Methoden werden die Wirkmechanismen von Lebensmitteln und ihren Inhaltsstoffen erforscht. Ziel ist, den gesundheitlichen Nutzen von Lebensmitteln zu erkennen und mögliche Risiken zu identifizieren. Themenschwerpunkte sind präventive Wirkungen u.a. bei metabolischem Syndrom (Übergewicht, Diabetes, gestörter Fettstoffwechsel, Bluthochdruck) und verschiedenen Krebserkrankungen. Darüber hinaus befassen sich die Wissenschaftler des PBE mit der Identifizierung funktioneller Inhaltsstoffe (z.B. Probiotika, Präbiotika, sekundäre Pflanzenstoffe) und deren Verstoffwechselung unter Berücksichtigung der individuellen genetischen Prägung. Das Institut besitzt eine einzigartige Ausstattung, wodurch auf breiter experimenteller Basis Untersuchungen in Zellsystemen und Tiermodellen sowie kontrollierte Ernährungsstudien am Menschen durchgeführt werden können. Es ist in nationale und europäische Forschungsnetzwerke eingebunden. Aus den gewonnenen Forschungsergebnissen werden Empfehlungen für eine gesunderhaltende Ernährung abgeleitet.
In laufenden Projekten untersucht das Institut wie pflanzliche Lebensmittel einzelne Prozesse der Krebsentstehung beeinflussen können. So wird in einem vom BMBF geförderten Projekt erforscht, ob Selen-reicher Brokkoli das Risiko für Prostatakrebs beim Menschen verringern kann. Hierzu wurde gerade eine Interventionsstudie mit Brokkoli abgeschlossen, die Blutproben werden nun ausgewertet. In einem weiteren BMBF-Projekt wurde festgestellt, dass naturtrüber Apfelsaft im Tiermodell eine signifikant stärkere protektive Wirkung bei Dickdarmkrebs besitzt als klarer Apfelsaft, der üblicherweise viel häufiger konsumiert wird als naturtrüber Saft (s. Projektdarstellung). Welche Komponenten im Trübsaft hierfür verantwortlich sind, untersucht das Institut noch. Im Rahmen eines DFG-Projektes wird die Verstoffwechselung des blauen Farbstoffs vieler Gemüse- und Obstarten, die Gruppe der sogenannten Anthocyane, erforscht. Für diese Inhaltsstoffe ist kaum bekannt, auf welche Weise sie in den Körper aufgenommen werden und über welche Mechanismen krebsprotektive Wirkungen hervorgerufen werden.
Eine weitere Ausrichtung des Instituts betrifft die Modulation des Immunsystems durch funktionelle Lebensmittel wie z.B. Probiotika. Die tägliche Zufuhr bestimmter kommerziell erhältlicher Lebensmittel mit Probiotikazusatz führte bei gesunden Menschen unter kontrollierten Bedingungen zu keiner Stimulation des Immunsystems. Durch solche Forschungsarbeiten trägt das Institut mit dazu bei zu untersuchen, welchen gesundheitlichen Zusatznutzen der Verbraucher durch den Konsum funktioneller Lebensmitteln zu erwarten hat.

