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Forschungsprojekte

Übersicht über die Forschungsaktivitäten des Instituts für Ernährungsverhalten

Nationales Ernährungsmonitoring (NEMONIT)

© iStockphoto.com/ cunfek

Im Rahmen des Nationalen Ernährungsmonitorings (NEMONIT) erfolgt im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) eine langfristige Beobachtung des Ernährungsverhaltens in Deutschland. NEMONIT basiert auf der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II), die in den Jahren 2005 bis 2007 vom Max Rubner-Institut durchgeführt wurde. Für die NVS II wurden im gesamten Bundesgebiet fast 20.000 Personen im Alter von 14 bis 80 Jahren intensiv befragt. Ziel war es, für Deutschland repräsentative Daten zum Lebensmittelverzehr zu ermitteln und die daraus berechnete Nährstoffzufuhr der Bevölkerung abzubilden.

In NEMONIT wird seit August 2008 jährlich ein Panel von bis zu 2.000 Personen zwischen 18 und 80 Jahren, die bereits an der NVS II teilgenommen haben, befragt. Mit NEMONIT ist somit eine fortlaufende Erfassung des Ernährungsverhaltens der deutschen Bevölkerung möglich. Durch diese Vorgehensweise können Aussagen über das längerfristige Ernährungsverhalten gemacht werden. Unter anderem kann untersucht werden, wie sich das Ernährungsverhalten junger Menschen entwickelt. Zusammen mit den Daten der NVS II dienen die Daten des NEMONIT als Basis für die Ernährungs- und Verbraucherpolitik in Deutschland.

Folgende Informationen werden erfasst:

  • Verzehrsdaten auf Ebene der Lebensmittelgruppen (z. B. Obst und Gemüse),
  • Energie- und Nährstoffzufuhr,
  • Verwendung von Supplementen,
  • Körpergewicht und Körpergröße basierend auf Selbstangaben,
  • soziodemografischen Daten,
  • Informationen zum Ernährungsverhalten, zur Gesundheit und zur körperlichen Aktivität.

Für die Durchführung der Felderhebungen wurde ein Marktforschungsinstitut beauftragt. Die soziodemografischen Daten und die verschiedenen Aspekte des Ernährungsverhaltens werden im Rahmen eines telefonischen Interviews erfragt. Der Lebensmittel­verzehr der Teilnehmer wird durch speziell geschulte Interviewer mithilfe von zwei 24h-Recalls erfasst. Dabei werden die Teilnehmer telefonisch detailliert darüber befragt, was sie am Vortag der Befragung gegessen und getrunken haben.

Ausgewählte Ergebnisse NVS II

Das Ernährungsverhalten wird von vielen Faktoren beeinflusst. Im Lebensmittelverzehr sind zum Beispiel geschlechterspezifische Unterschiede zu erkennen. Von den meisten Lebensmittelgruppen essen Männer mehr als Frauen. So essen Männer beinahe doppelt so viel Fleisch, Wurstwaren und Fleischerzeugnisse wie Frauen. Außerdem ist der Verzehr von Brot, tierischen und pflanzlichen Fetten sowie Süßungsmitteln der Männer höher als bei den Frauen. Darüber hinaus trinken Männer doppelt so viel Limonaden wie Frauen und auch mehr Obstsäfte. Nicht nur zwischen Männern und Frauen sondern auch zwischen Jüngeren und Älteren finden sich Unterschiede im Lebensmittelverzehr. Die 51- bis 80-jährigen Männer und Frauen essen mehr Fisch, Obst, Gemüse und Kartoffeln, aber weniger Wurstwaren und Fleischerzeugnisse und trinken weniger Obstsäfte und Limonaden im Vergleich zu den jüngeren Altersgruppen. Bei einigen Lebensmitteln wie etwa Gemüse bleibt der Verzehr trotz des vielfältigen Angebots hinter den empfohlenen Mengen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zurück. Im Gegensatz dazu überschreitet mehr als die Hälfte der NVS II-Teilnehmer bei der Flüssigkeits­zufuhr die empfohlene Menge von 1,5 Litern pro Tag.

Ausgewählte Ergebnisse NEMONIT

Die Ergebnisse zum Lebensmittelverzehr des ersten Befragungsjahrs NEMONIT (2008-2009) lassen erkennen, dass weiterhin bei einigen Lebensmitteln die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Mengen nicht erreicht werden. Beim Vergleich des Lebensmittelverzehrs der NEMONIT-Teilnehmer (2008/2009) mit der NVS II (2005-2007) zeigt sich, dass sowohl Männer als auch Frauen 2008/2009 weniger Obstsäfte tranken. Zusätzlich tranken Männer mehr Kaffee und Tee. Dennoch lassen sich keine Unterschiede bei der Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen zwischen den Befragungsjahren nachweisen.