Institut für Ernährungsverhalten
»Ernährungsverhalten umfasst die Gesamtheit aller geplanten und gewohnheitsmäßigen Handlungsvollzüge, deren Sinn es ist, Nahrung zu erzeugen, zu beschaffen, zu bearbeiten, sich einzuverleiben oder auch anderen Zwecken symbolischer Art zuzuführen.
Bodenstedt 1983«
In diesem Sinne erforscht das Institut für Ernährungsverhalten alle ernährungsbezogenen Handlungen, die Menschen in ihrer Alltagssituation vollziehen. Damit stehen die Verbraucher mit ihren Bedürfnissen im Mittelpunkt der Forschung. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Politikberatung ein.
Die Forschung des Instituts für Ernährungsverhalten soll die Verbraucherkompetenz und damit zugleich die Stellung der Verbraucher am Markt stärken. Um dies zu erreichen, arbeiten Vertreter verschiedener sozial- und naturwissenschaftlicher Disziplinen, wie der Haushalts- und Ernährungswissenschaften, der Erziehungswissenschaft, der Soziologie und der Gesundheitswissenschaft (Public Health ) zusammen. Das breite Feld einer ernährungsbezogenen Verbraucherforschung erfordert einen vielfältigen Methodeneinsatz. Es werden sowohl quantitative und qualitative sozialwissenschaftliche als auch epidemiologische Methoden angewandt sowie Laboruntersuchungen durchgeführt.
Das Institut für Ernährungsverhalten hat sechs Forschungsschwerpunkte: Im Schwerpunkt Ernährungswissen und Ernährungseinstellung werden Kenntnisse, Fertigkeiten und Werthaltungen von Verbrauchern untersucht und im Hinblick auf eine bedarfsgerechte, gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung bewertet. Da Ernährungsverhalten nicht nur von individuellen Faktoren geprägt wird, werden im Schwerpunkt Ernährungsverhalten darüber hinaus die entsprechenden Settings untersucht: Im Fokus stehen dabei Alltagsorganisation, räumliche und zeitliche Infrastruktur sowie weitere sozioökonomische Rahmenbedingungen. Im Schwerpunkt Ernährungsinformation wird das Informationsangebot der unterschiedlichen Medien sowie das Nutzerverhalten dieser Medien im Bereich Ernährung analysiert. Des Weiteren werden Informations- und Aufklärungsmaßnahmen sowie Gesundheitsförderungsmaßnahmen bzw. -programme evaluiert. Die Ergebnisse dienen der Optimierung laufender Maßnahmen, der Ermittlung von Erfolgsfaktoren für zukünftige Projekte sowie der Rechenschaftslegung von Mitteln. Ebenso wird im Institut das Nationale Ernährungsmonitoring (NEMONIT) durchgeführt. Mit dieser langfristig angelegten Studie wird die Nationale Verzehrsstudie II fortgeführt. Außerdem wird die nationale Nährstoffdatenbank, der Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) vom Institut betreut. Auf dessen Grundlage wird die Energie- und Nährstoffzufuhr von Verzehrserhebungen ausgewertet.

